Direkt zum Inhalt
Anschlag auf CSD geplant!

Anschlag auf CSD geplant! Drei Verdächtige im Alter zwischen 14 und 20 Jahren festgenommen!

ms - 19.06.2023 - 10:30 Uhr
Loading audio player...

Kurz vor Beginn der Regenbogenparade in Wien hat die österreichische Polizei am vergangenen Samstag drei Terrorverdächtige festgenommen, die offenbar einen Anschlag auf den größten CSD des Landes geplant hatten. Bei den drei Verdächtigen handelt es nach Angaben des Staatsschutzes DSN um drei junge Jugendliche beziehungsweise junge Männer im Alter von 14, 17 und 20 Jahren, die Anhänger des Islamischen Staats sein sollen. Alle drei haben die österreichische Staatsbürgerschaft, kommen aber ursprünglich aus Bosnien sowie Tschetschenien.

Panik bei Pride sollte verhindert werden

Die CSD-Veranstalter selbst waren erst einen Tag nach der Parade von der potenziellen Gefahr informiert worden, die Pride-Parade selbst verlief mit rund 300.000 Teilnehmern friedlich, rund 700 Polizisten sicherten vor Ort die Demonstration.  Omar Haijawi-Pirchner, der Chef des Staatsschutzes, betont dabei, dass durch die engmaschige Überwachung des Trios zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Besucher der Parade bestanden habe. Daher erfolgte die Weitergabe der Informationen erst am Sonntag, um im Vorfeld eine mögliche Panik bei der Pride-Parade zu verhindern.

Angriff mit Fahrzeugen und Messern

Nach Angaben des ORF hatte der österreichische Geheimdienst die drei Verdächtigen bereits vorab durchgehend überwacht und so auch von den Attentatsplänen erfahren. Bei den Razzien in Wien und Niederösterreich beschlagnahmten die Ermittler dann schlussendlich zahlreiche Waffen und Datenträger. Online sollen die drei Verdächtigen zuvor extremistisches Material ausgetauscht haben, so das Innenministerium. Dabei hatten es die drei jungen Personen direkt auf die Pride-Parade abgesehen. Ein Angriff war mit Fahrzeugen und/oder Messern geplant gewesen. Gerhard Pürstl, der Chef der Landespolizei Wien, bekräftigte gegenüber dem ZDF, dass solche Veranstaltungen für viele „islamistische oder auch rechtsextreme Szenen immer ein intensives Feindbild“ darstellen würden.

Jeden Tag für Sichtbarkeit kämpfen

Die österreichische Politik zeigte sich entsetzt über den geplanten Anschlag, Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) dankte den Ermittlern für ihre professionelle Arbeit, Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) erklärte via Twitter: „Ich bin schockiert über die feigen Anschlagspläne auf die Pride Parade. Ich danke dem DSN und der Polizei, dass sie hier rasch und rechtzeitig reagiert haben. Extremismus in jeder Form muss vehement bekämpft und auf das Schärfste bestraft werden.“ Wien Bürgermeister Michael Ludwig versicherte einmal mehr, dass es in Wien „keinen Platz für Hass und Ausgrenzung“ gebe, die Stadt sei „bunt und weltoffen“.

Auch das CSD-Team selbst bekräftigte: „LGBTIQ-Rechte sind in letzter Zeit wieder vermehrt von Rückschritten bedroht und wir müssen jeden Tag für unsere Sichtbarkeit und Sicherheit kämpfen. Umso lauter muss unsere Antwort darauf sein: Wir lassen uns von den Feinden der Rechte für LGBTIQ-Personen, der Demokratie und einer offenen Gesellschaft nicht unterkriegen!“, so Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien.

Anzeige
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Auch Interessant

Starkes Statement im Eishockey

Kanada bereit für schwule Spieler

Kanada ist bereit für schwule Spieler im Eishockey wie in der Serie "Heated Rivalry", beteuerte jetzt der Kapitän der Montreal Canadiens, Nick Suzuki.
Queere Identifikationsfigur

Oscar Bonifacino offen schwul

Oscar Bonifacino, der erste offen schwule Profiboxer Südamerikas, kämpft um den Titel des uruguayischen Meisters im Federgewicht.
Abschiebung von LGBTIQ+

Flüge nach Uganda und den Iran

Keine Gnade: In den USA sollen offenbar queere Flüchtlinge auch in jene Länder wie Uganda oder den Iran abgeschoben werden, wo ihnen der Tod droht.
Statt Zustimmung folgt Kritik

Verbotsgedanken abgelehnt

Viele bekannte US-amerikanische Organisationen haben eine neue Kampagne gegen Ehe für alle gestartet, die Kritik im eigenen Lager hervorruft.
LGBTIQ+-Athleten bei Olympia

Mindestens 41 Community-Teilnehmer

Nach jüngster Zählung nehmen mindestens 41 LGBTIQ+-Athleten bei den Olympischen Winterspielen ab nächsten Freitag in Italien teil.
Pornhub blockiert neue Nutzer

Reaktion auf Altersverifikation

Pornhub sperrt ab Montag den Zugang für alle neuen Nutzer in Großbritannien als Reaktion auf den Online Safety Act, der als Zensur wahrgenommen wird.
Neue Welle von Hass-Gesetzen

Weitere Angriffe auf US-Community

Die Attacken auf die Community in den USA gehen auch 2026 weiter, seit Jahresbeginn wurden bereits über 360 Anti-LGBTIQ+-Gesetzentwürfe eingebracht.
Studie zu L.A.-Großbrand

Queere Überlebende des Eaton Feuers

Vor einem Jahr wüteten in Los Angeles verheerende Brände. Betroffene LGBTIQ+-Anwohner kämpften dabei mit besonderen Problemen, so ein neuer Bericht.
Tod eines schwulen Studenten

Vorwürfe gegen Polizei in London

Die Familie eines toten schwulen Studenten erhebt jetzt schwere Vorwürfe gegen die Polizei in London: Verhinderte Homophobie korrekte Ermittlungen?